iPad & Fotografie: Wifi und ein Fotoautomat

Was hab ich als Fotogaf vom iPad?

Die Kombination der Fotografie mit dem iPad war mir von Anfang an sehr wichtig. Direkt mit dem ersten iPad habe ich das ‚Camera Connection Kit‘ mit bestellt. Meine Anwendungen sind im Einzelnen der digitale Bilderrahmen, der Image Tank und das Preview System für Fototouren. Inzwischen kann meine DSLR Kamera dank SD Karten Schacht mit der WLan Karte von Eye.fi bestückt werden. Somit ist die direkte Übertragung der Bilder auf das iPad möglich. Hier ein Beispiel:

[vimeo 16249536]

Die konsequente Umsetzung!

Was ich dann mal bei ifun.de gefunden hatte, ist die perfekte Umsetzung meiner einzelnen Anwendungen in der Form eines Fotoautomaten für Hochzeiten! Die ganze Bauanleitung stammt vom Hochzeitsfotografen Rocco und ich freue mich dies hier auf meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.

Das wird für den Bau benötigt?

  • iPad
  • eine Kamera mit SD-Karte
  • eine Eye-Fi Karte (für den Direktmodus ab “Connect X2“)
  • Blitzkopf
  • Blitz-Funkauslöser
  • Reflexschirm
  • 2 Stative
  • die App ShutterSnitch

ShutterSnitch (AppStore Link) ShutterSnitch
Hersteller: Brian Gerfort

Freigabe: 4+
Preis: 20,99 € Download (Aff.Link)

Und so wird’s gemacht:

Das Photobooth gibt es ja schon lang und wird gern auf Hochzeiten von Fotografen aufgestellt. Es wird ein Kasten aufgebaut in welchem eine Kamera, ein Windows-PC mit einem Bildschirm und ein Drucker eingebaut sind. Die Kamera ist per Kabel an den PC und an eine Blitzanlage angeschlossen. Auf dem Boden liegt ein Fußschalter. Dieser löst einen Timer aus welcher paar Sekunden nach dem Betätigen des Fußschalters die Kamera auslöst. Daraufhin macht eine entsprechende PC-Software mit der Kamera (welche per USB angeschlossen ist) 3 Fotos, platziert sie entsprechend in eine vorgefertigte Druckvorlage und der Drucker (meistens ein Selphy von Canon) spukt das fertige Foto aus. Praktisch so ähnlich wie ein Passbildautomat.

Da ich Hochzeitsfotograf bin hat mich mein Kumpel überredet auch ein Photobooth zu bauen. Er selbst setzt die oben beschriebene Variante ein. Nur ich wollte das so nicht haben – möchte immer was Anderes, meistens was es nicht gibt. Ein iPad hatte ich bereits und Windowsrechner habe ich schon seit langer Zeit begraben. iPad war von Bildschirmgröße optimal und Touchfunktion bietet es ja auch. Dann habe ich angefangen zu suchen. Leider kann man die Kamera nicht direkt an das iPad anschließen, somit musste man sich was einfallen lassen. Zum Glück gibt es eine App namens ShutterSnitch. Diese kommuniziert mit der Kamera per WiFi. Dazu braucht man aber einen WiFi-Sender welcher von Nikon nicht gerade günstig ist (glaube so um die € 800,-). Es gibt aber noch einen Hersteller welcher in SD-Karten ein WiFi-Chip eingebaut hat und somit können die darauf aufgenommenen Fotos per WiFi gesendet werden. ShutterSnitch unterstützt diese Art der Kommunikation auch.

Da ich nicht gerade ein Handwerker bin habe ich mir den Kasten vorab in 3D mit Google Sketchup gezeichnet, dann virtuell ausgemessen und ab in den Baumarkt. Bretter entsprechend zusägen lassen, zusammen geschraubt, Lack drüber und fertig. An den Kabelfernauslöser habe ich einen Fußschalter angeschlossen und in der Kamera den Timer auf 2 Sek. eingestellt. Nach dem Betätigen des Fußschalters löst die Kamera nach effektiv knapp 3 Sek. aus. Ein mobiler Blitz (Nikon SB-800) wird per Funk mit einem Yongnuo RF-602 von der Kamera zeitgleich ausgelöst und leuchtet das Motiv mit Hilfe von einem Reflexschirm optimal aus. Das geschossene Foto wird innerhalb von paar Sekunden per Wifi auf das iPad übertragen und angezeigt – geile Sache!

Die gemachten Bilder können am iPad jederzeit durchgeblättert werden, somit hat der Kunde nicht wie bei der oben beschriebenen PC-Variante ein Foto in der Hand (welches er dann im Laufe des Hochzeitsabends irgendwo auf dem Tisch liegen lässt) und nur das zuletzt gemachte auf dem Monitor des Photobooths, sondern kann zwischen den gemachten Fotos kinderleicht blätter (iPad sei Dank) und bereits gemachte Fotos anschauen. Der Kunde bedient den Photobooth selbst, ein Fotograf, wie bei Gruppenfotos ist nicht anwesend. Die Hemmschwelle fällt und es entstehen “sehr interessante und außergewöhnliche” Fotos welche man so als Fotograf nie zustande bekommt. Die anderen Gäste blättern dann durch diese Fotos und versuchen diese nachzumachen bzw. zu Toppen. Es entsteht ein zusätzlicher Reiz und die Bilder werden im Laufe des Abends immer besser und interessanter.

Gegen unbefugtes Verstellen lässt sich ShutterSnitch mit einem Supervisor-Passwort sichern und erlaubt nur das anschauen der Fotos. Sonst kann man auch diese in die iPad-Library automatisch ablegen, Warnungen einblenden lassen und sogar direkt per E-Mail senden. Ist auch eine tolle Sache falls ein Gast mal das Foto sofort haben möchte, kann man ihm dieses nach Hause mailen. An Ende des Abends wird dem Kunden (Brautpaar) eine DVD mit allen Fotos gemacht und alle sind happy!

Dieses Photobooth ist komplett akkubetrieben. Kamera, iPad, Funkauslöser und Blitz laufen alle mit Akkus. Das ist auch ein großer Vorteil gegenüber der PC-Variante und kann so überall eingesetzt werden – z.B. auf der Geburtstagsparty im Garten. Bei dem letzten Einsatz lief alles absolut stabil und zuverlässig ohne Aussetzer – 10 Stunden nonstop mit über 1000 gemachten Fotos. Für so lange Einsätze habe ich in dem Kasten eine Verteilersteckdose untergebracht wo die Geräte mit Netzteilen entsprechend angeschlossen sind.

Und wie sieht es bei mir aus?

Ich habe inzwischen alle Komponenten zusammen. Das App habe ich schon länger und bereits mit einem anderen WLan Transmitter getestet, es funktioniert sehr gut. Die Eye.fi Karte liegt allerdings noch eingepackt auf dem Schreibtisch und muss noch eingerichtet werden. Es fehlt wie so oft an der Zeit, da ich so viele Ideen habe und noch verfolgen will. Ich werde hier weiter berichten.

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7 comments on “iPad & Fotografie: Wifi und ein Fotoautomat

  1. Pingback: News: Canon EOS 6D – erste DSLR mit integriertem WLAN » WolfsPAD

    1. Wolfram

      Wie im Text oben erwähnt, ist die Anleitung für die Hochzeitskamera von Roccos-Art. Der Rest drum rum stammt von mir.

  2. Pingback: News: Canon EOS 6D – erste DSLR mit integriertem WLAN | WolfsPAD

  3. Fotograf

    Also ich habe ein ähnliches System zusammen, leider verzweifel ich zzt. an einem Druch aus ShutterSnitch … das schlimme daran ist es wird gedruckt nur leider im Hochformat auf Querformat … es gibt keine Funktion in ShutterSnicht bzw. iPad um auf Querformat zustellen … es scheitert also an einer winzigen Kleinigkeit.

    Vielleicht hat hier ja jemand eine Lösung?

    Als Auslöser hab ich übrigens abweichend einen Fussauslöser, dann sind die Hände frei.

  4. Wolfram (WolfsPAD)

    Ja, diese iPad interne Druck Funktion ist nicht wirklich toll. Für die normalen DIN A4 PDF oder mal eine E-Mail mag das reichen, aber für Fotos ist das unbefriedigend.
    Welchen Drucker verwendest Du. Für/Von Epson gibt es ein App, was einige grundlegenden Funktionen für den Ausdruck von Bildern mit bringt.
    Ich habe darüber in diesem Beitrag berichtet:
    iPad Zubehör: Drucker oder „Wie druck ich mit dem iPad?“ http://wolfs-pad.de/ipad-zubehor-wie-druck-ich/

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